Welch ein großer Name. Dabei ist sie eine der kleineren ionischen Inseln. Doch die Geschichten um Odysseus machten sie berühmt – auch wenn immer noch umstritten ist, ob das heutige Ithaka wirklich die Insel ist, die Homer als die Geburtsinsel des Odysseus beschreibt. Einiges spricht dafür, so gibt es einige archäologische Funde aus mykenischer Zeit, dennoch halten manche Historiker auch Kefalonia oder sogar Lefkada für die homerische Insel Ithaka.
Wir segeln mit starkem Südwind zur Insel. Es sind wieder – wie schon so oft in diesem Revier – zwei Windstärken mehr als angesagt und wir segeln nur mit der Fock vor dem Wind. Als wir uns der Insel annähern werden die Wellen extrem steil. Klar das ganze Wasser muss sich hier zwischen den Inseln durchpressen, während auch noch der Meeresboden ansteigt. Das Ergebnis fühlen wir hautnah, und es ist immer wieder beeindruckend wie extrem die Wellen werden können in so kurzer Zeit und mit so wenig Fetch.

Eigentlich wollten wir die folgende Nacht in einer Ankerbucht am Ostufer Ithakas verbringen, da der gegenwärtige Südsüdostwind auf Nordost drehen soll, aber alle Buchten sind entweder zu ungeschützt oder zu klein um bei dieser Wetterlage reinzufahren. Erst als wir kurz vor dem großen „Fjord“ – dem Kolpos Molu – vor Vathy sind und Piccolina bockig den Wellen trotzt, finden wir ein geschütztes und auch ausgesprochen hübsches Plätzchen. Eine Klippe von gerade mal zwei-, dreihundert Metern Länge hält die biestige See ab und während es hin und wieder noch eine Böe über den Felsen schafft, ankern wir auf einer glatten Wasserfläche nahe am Strand in gut haltenden Sandgrund. Nach einem kurzen Schauer, der just niedergeht als der Anker fällt, können wir die Bucht genießen.


Am späten Nachmittag verholen wir uns die kurze Strecke nach Vathy, das sehr geschützt zwischen den Bergen eine großzügige Ankerbucht bietet, die schon gut gefüllt ist. Auch der Stadtkai – mehrer hundert Meter lang ist fast voll. Und das Mitte Oktober. Das hätten wir so nicht erwartet. Da die allermeisten Boote nur eine Nacht bleiben und am nächsten Tag wieder weiterfahren kann die Bucht dann schon wieder ganz anders aussehen.



Vathy ist ein netter Ort um ein paar Tage zu bleiben. Es gibt viele Restaurants und Souvenirläden, aber neben den kleinen Minimärkten gibt es auch einen günstigen Supermarkt mit sehr guter Auswahl direkt an der Mole an der man das Dinghy festmachen kann. Wenn am späten Nachmittag der Run um die besten Plätze am Stadtkai losgeht, kann man gemütlich in eine Kneipe am Ufer sitzen und dem Treiben zusehen.



Es gibt auch ein paar Wanderpfande um die Bucht, mit schönen Ausblicken sowohl auf Vathy als auch aufs Festland und wer möchte kann sich Auto, Roller oder ein E-Bike mieten um die weitere Umgebung zu erkunden.






Nach ein paar Tagen verlegen wir uns eine Ecke weiter, in eine kleine Bucht an der Ausfahrt des Kolpos Molu. Es sind schon zwei Boot vor Anker und so quetschen wir uns näher an den Felsen, damit es sich ausgeht. Der Anker hält gut und wir genießen die schöne Bucht und ich kann auch ein wenig schnorcheln gehen. Viel weiter wollen wir noch nicht weil eine befreundete Crew auf dem Weg nach Italien vermutlich hier auf Ithaka einen Stopp einlegen will.





Eigentlich wollten wir ein paar Tage in der einsamen Bucht bleiben doch es sind am Abend einige Stunden Nordwestwind angesagt, die Vorhersage der Windstärke variiert von 10 bis 28 Knoten. Das ist auflandiger Wind und wir verholen uns etwas mittiger in die Bucht, da uns 35 Meter bis zum Fels etwas zu knapp sind. Doch wir merken dass der Ankergrund weiter drin nicht ganz so gut hält. Das ist kein richtiger Sand, sondern etwas modderig und sehr weich. (Ich habe mir den Anker unter Wasser angeschaut und er hat sich beim Einfahren mitsamt dem Wirbel im Boden vergraben, so dass nur der Anfang der Kette zu sehen war. Hatten wir so noch nie und spricht für einen zu weichen Untergrund). Na ja, wir sind heute alleine und haben viel Platz zum Strand. Dann schauen wir mal wieviel Wind wir wirklich bekommen.

Kurz nach Sonnenuntergang fängt es dann an, der Wind nimmt zu und als es öfter über 25 Knoten geht, was bei gutem Ankergrund gar kein Problem ist, haben wir das Gefühl, dass sich der Anker ganz langsam seinen Weg durch den Modder zieht. Jedenfalls nicht gut, wenn man eine ruhige Nacht verbringen will und der Wind vorraussichtlich noch etwas zunimmt. Also hoch mit dem Haken – mittlerweile ist es stockduster und die entgegenkommende Welle auch nicht ganz klein. Wir hangeln uns langsam die zwei Meilen rüber nach Vathy. Erst in den Kolpos Molu, dann biegen wir ab in die Bucht von Vathy. Als wir im schmalen Kanal sind, ist plötzlich kaum mehr Wind, nur noch zehn Knoten von hinten, das ist angenehm. In der Ankerbucht ist heute glücklicherweise nicht viel los, der Anker fällt vor den anderen Booten auf 8 Meter und sitzt gleich richtig fest. Als wir unser Anlegerbier öffnen bläst es schon wieder mit knapp 30 Knoten, es wird noch etwas mehr, nimmt dann aber zur zweiten Nachthälfte wieder ab und dreht nach Ost. Wir können gut schlafen, im Wissen dass der Anker gut hält.
Die nächsten zwei Tage ist super wenig los in Vathy, wir zählen tagsüber teilweise gerade mal sieben oder acht Boote. Es ist herrlich ruhig und das Wetter ist sonnig und warm. Wir genießen die Tage.








