Der Alltag

ist wieder eingekehrt auf der Piccolina – wenn man es denn Alltag nennen möchte. Nachdem sich der Besuch wieder halbwegs auskuriert hatte und wir zusammen wenigstens noch einen Abstecher in den Jardin Botanico unternahmen, der mit hübschen frischen Blüten aufwartete, war die Woche auch schon wieder vorbei. Schade. Die Gäste waren weg, nur die lieben Tierchen hatten wir noch ein paar Tage länger auf dem Schiff bevor wir sie mit Ibu entgültig losbekamen. Das muss beim nächsten Mal aber anders laufen 😉😆!

Der Zylinderputzer in neuem frischen Rot

Nun können wir unsere Bastelarbeiten am Schiff weiterverfolgen. Die neue Bilgenpumpe muss noch fertig installiert werden, einige Näharbeiten habe ich auch auf dem Program, dazu müssen wir allerdings erst etwas Material besorgen. Mal sehen wo wir das herbekommen.

Derweil gibt sich das Wetter immernoch sehr durchwachsen. Der Besuch hatte sich einfach tagsüber in den Süden geflüchtet, doch auch dort wehte ein kalter Wind und hier im Norden ist es oft Wolkenverhangen. Seit Tagen bläst eine kräftige kalte Brise aus Nord und Strand ist nur drin bei wolkenlosem Himmel, sonst ist es zu kalt. Das hatten wir uns anders erhofft und es bestätigen uns viele, dass dies ein besonders kaltes Frühjahr sei. Laut Wetterbericht soll es ab diesem Wochende nun merklich besser werden, toi toi toi.

Ordentlich auf die Ohren

Es muss einfach mal gesagt werden: die Spanier oder vielleicht auch nur die Kanarier im Speziellen sind sehr entspannt was Geräuschkulissen betrifft. Schon im Restaurant ist der gemeine Mitteleuropäer oft erstaunt, wie lautstark sich eine Handvoll SpanierInnen unterhalten können. Ein Tisch von vielleicht vier Personen könnte man, geht man nur nach dem Geräuschpegel,  glatt für eine ganze Gesellschaft halten, sprechen doch meist alle gleichzeitig und in einer Lautstärke die auch drei Tische weiter noch klar und deutlich verstanden werden könnte, wenn man denn der Sprache mächtig wäre. OK, auf spanisch bestellen, einkaufen, nach dem Weg fragen – alles gut, aber wenn der Kanare seinen Dialekt auspackt und die Geschwindigkeit auf „ich spreche mit Meinesgleichen“ stellt, sind wir hoffnungslos verloren, da könnte genausogut auch finnisch gesprochen werden 😉. Dennoch kommen wir damit eigentlich ganz gut klar – so sind sie halt die Spanier. Was uns aber manchmal wirklich richtig auf die Nerven geht, ist die ohrenbetäubende Geräuschkulisse, die z. B. in den Läden großer Elektronikanbieter herrscht. Und man sollte nicht meinen, dass dabei überall im Laden die gleiche Musik gedudelt wird! Hat man Pech und das Regal des zum Kauf gesuchten Objekts liegt etwas ungünstig, bekommt man schon mal ein Gemisch aus drei veschiedenen Titeln auf die Ohren, wahlweise sind vielleicht auch noch Werbevideos oder zu laute Fernsehgeräte zuhören, die sich dann wunderbar in das Geräschpotpourri einfügen😩😩. Manches Mal sind wir schon fast aus diesen Läden geflüchtet, wenn wir kaum noch unser eigenes Wort verstehen konnten. Was uns dabei gänzlich fasziniert ist die Gelassenheit, mit der die Locals trotz des Lärms durch die Regale schlendern und dabei einen ganz entspannten Eindruck machen. Wie das geht ist uns absolut schleierhaft. Länger als unbedingt nötig halten WIR das jedenfalls nicht aus. Dafür freuen wir uns dann abends auf ruhige Stunden auf der Piccolina.

Semana Santa

die heilige Woche, so wird in Spanien die Karwoche genannt und hat bei der meist katholischen Bevölkerung einen noch höheren Stellenwert als Weihnachten. Gefeiert wird aber nicht mit Geschenken und auch  Deko mit Eiern oder Hasen findet man hier nicht. Es ist einfach ein christliches Fest mit vielen Prozessionen und Feiertagen. Anders als in Deutschland ist hier auch der Gründonnerstag frei, dafür der Ostermontag normaler Arbeitstag. Die Prozessionen beginnen am Palmsonntag und haben am Karfreitag ihren Höhepunkt, wenn verschiedene Christus-und Marienstatuen durch die Straßen gefahren werden.

Wir bekommen derweil wieder Besuch an Bord. In der Osterwoche kommt mein Bruder mit Familie. Leider ist das Wetter etwas durchwachsen und auch ein paar Viren haben es mit dem Flieger von Deutschland bis nach Gran Canaria geschafft. Nicht ganz optimale Voraussetzung für Urlaub, aber wir machen alle das Beste draus….

Calima

heißt die Wetterlage, die uns hier auf den Kanaren trübe Tage beschert. Ein Blick aus dem Fenster erinnert an kalte Hochnebeltage in Deutschland. Doch weit gefehlt. Die Temperaturen sind innerhalb eines Tages um fast fünf Grad gestiegen und auch die Luftfeuchtigkeit stieg zumindest gefühlt erheblich.  Grund sind östliche Winde die nicht nur heiße Luft aus der nahen Sahara bringen, sondern auch viel feinen Sand mit im Gepäck haben. Beim Weg über den Atlantik nehmen sie durch ihre Wärme Feuchtigkeit auf. Hier kommen sie dann als gelbe Luftmassen an, lassen die Sonne nur noch erahnen und auch die nahen Berge sind im Dunst verschwunden. Innerhalb kurzer Zeit ist alles mit einer feinen, gelben Staubschicht überzogen – Schiffe, Autos, Pflanzen… Die schwüle Wärme treibt einem des Schweiß aus den Poren. – Calima eben.

die Sonne im staubigen Dunst

 

Alles – außer Teva?!

Wie wir ja schon öfter erwähnt haben, sind wir hier in Las Palmas weil es praktisch alles gibt. Alles? Nun ja – schon seit einigen Wochen ist abzusehen, dass die Treckingsandalen von Rolf die nächsten Monate nicht mehr überstehen. Kann man ihnen eigentlich auch nicht verübeln, denn sie sind nun fast 20 Jahre alt😉. Und so halten wir seit unserer Ankunft die Augen auf und stöbern in Schuh-und Outdoorgeschäften nach Rolfs Lieblingsmarke Teva. Doch Fehlanzeige😢. Bis jetzt war Winter, da waren Sandalen praktisch nicht zu sehen, jetzt da langsam der Frühling kommt, wird das Angebot etwas besser, doch meist werden nur Treckingsandalen der allerbilligsten Machart angeboten. Ein einziges Geschäft führt die gewünschte Marke hier in Las Palmas und das hat keine in der passenden Größe. In seiner Not reparierte Rolf die kaputte Sohle schon mit Silikonkleber😳

diese haben’s hinter sich

Letztes Wochenende nun die Überaschung: mit unserem Besuch unternahmen wir einen Ausflug über die Insel. Herrliche Aussicht in den Bergen, bei wunderbarem Wetter.

Ganz im Süden im kleinen Puerto Mogan schlenderten wir durch die Gassen und siehe da – Sandalen in allen Farben,Formen und vor allem auch Größen von namhaften Herstellern! Nun ist Rolf Besitzer neuer, schicker Schuhe. Der Sommer kann kommen 😅!

Puerto Mogan….