Mal nicht in eigener Sache…

Für Weihnachten ist es natürlich schon zu spät, aber der Winter ist ja noch lang und vielleicht sucht der ein oder andere nach einer Idee für die Abendlektüre. Hier ein paar Tipps von befreundeten Seglern:

Dass nicht jede Beziehung einem Segelabenteuer standhält, davon erzählt Maik Ulmschneider in seinem Buch, das allerdings nur in englischer Sprache erhältlich ist. Mit viel Humor bringt er die vielen Abenteuer zu Papier, die er während seiner Reise in die Karibik und durch die Karibik erlebt hat.

Anke und Uwe Müntz teilten sich die Arbeit an ihrem Buch. Uwe schildert sehr vergnüglich von Begegnung und Abenteuern von der Auszeit mit dem Segelboot. Ihre Reise führte sie von der Ostsee bis nach Island, dann über Südportugal hinaus nach Marokko und über die Azoren wieder zurück ans europäische Festland. Während Uwe ihre Erlebnisse packend schildert, nimmt uns Anke mit ihren beeindruckenden Bildern mit auf die Reise. Ein Buch zum schmökern und träumen.

„Apocalypse now“ – ein Filmklassiker. Jetzt ist ein Fotobuch zum Film veröffentlicht worden. Chas Gerretsen, Set Photographer bei den Dreharbeiten auf den Philippinen, davor Kriegsfotograf in Vietnam und anderen schlimmen Schauplätzen der Welt, stellte brilliante Bilder zusammen, die den Film aufleben lassen. Es ist ein fantastischer Fotokunstband entstanden, der nicht mit Text überladen ist, sondern nur einige Anekdoten enthält. Denn es kommt ja auf die Bilder an.

High and dry

Es ist mal wieder soweit – Piccolina steht an Land, die Segel sind abgeschlagen. Sie darf in ihren wohlverdienten Winterschlaf, bekommt dabei Maniküre und sonstige Pflegeeinheiten die sie so lange vermisst hat.

Leben in 4 m Höhe

Wir freuen uns derweil auf Heimatbesuch, der ja durch Covid lang verschoben wurde. Der Flughafen Porto ist perfekt mit der Metro von Povoa de Varzim zu erreichen, genauso wie die zweitgrößte Stadt Portugals selbst. Hier im Südwesten Europas ist noch T-Shirt und kurze Hosen Wetter, mal sehen wie die Temperaturen in Deutschland sind. Wir sind gespannt wie sich die Heimat verändert hat. Jedenfalls freuen wir uns auf Familie und Freunde und Brezeln und deutsches Bier und und und

Mit der Metro zum Flughafen

Die Sonnenuntergänge vom Boot aus werden wir vermissen…

Fahrt nach Povoa – 7. Tag und Ankunft

Schon der Morgen ist wolkenverhangen. Ab dem späten Vormittag ist es dann so richtig düster. Zuerst sind noch Wolkenkonturen auszumachen, doch später ist es rings um uns herum nur Grau in unterschiedlich dunklen Schattierungen. Vor uns blitzt und donnert es. Das ist gar nicht gut. Wir kennen drei Boote denen einen Blitzschlag die komplette Elektrik zerstörte. Das braucht kein Mensch! Stundenlang fahren wir durch die dicke Suppe. Die Sicht ist zeitweise extrem schlecht und öfter regnet es. Dennoch hat es meist keinen Wind, also motoren wir weiter und schauen vom trockenen Cockpit zu. Zum Spätnachmittag ist die Front durch, es lockert etwas auf, dann kommt auch eine Brise auf. Wir setzen die Genua, doch nach 30 Minuten rollen wir sie wieder ein. Mit Segen ist heute nix mehr.

Am Abend lockert es etwas auf und die Wolken zeichnen schlne Bilder an den Himmel

Dafür kommt ein kleiner Piepmatz angeflogen. Das ist schon der zweite. Gestern hatten wir einen Strandläufer, der sich zehn Minuten an Deck ausgeruht hat, heute kommt wiederum ein Landvogel, der uns aber nur einen ganz kurzen Besuch abstattet. Einen Schmetterling sahen wir auch schon über das Deck flattern. Irgendwie ein seltsamer Anblick so mitten auf dem Atlantik, mindestens 400 km von Land entfernt….

Strandläufer?

Die letzte Nacht bricht an. Vor uns liegt eine stark befahrene Schifffahrtsroute. Zwar ist es auf diesem Breitengrad kein Verkehrstrennungsgebiet (VTS), dennoch fahren die meisten Frachter vom VTS beim Cabo Finistere direkt zum VTS beim Cabo Sao Vicente und somit ist der Verkehr zwar sehr geordnet, aber es ist auch eine ganze Menge los. Als wir die erste Fahrspur queren sind drei Frachter mit weniger Abstand als je zwei Seemeilen gleichtzeitig um uns herum. In diesen Augenblicken ist man einfach froh ein AIS zu haben. Die zweite Spur ist während unserer Querung gerade wenig befahren. Alle vier Frachter in unserer Nähe gehen bequem vor uns durch.

…kein Computerspiel…

Nun sind wir im Bereich der Küste, der sehr viel von Fischern befahren wird, aber in der Nacht ist insgesamt wenig los. Weit vor uns sehen wir ein kräftiges Gewitter. Die Entfernung ist schwer zu schätzen – es könnte auch durchaus über Land sein. Dennoch sind die Blitze gut zu erkennen.

Ein letzter Sonnenaufgang auf See. Es ist immer noch sehr diesig, fast schon neblig. Aber mit der Zeit setzt sich die Sonne immer mehr durch. Das Meer ist glatt, nur die Oberfläche kräuselt sich minimal. Wir nutzen die Zeit und die Bedingungen und klarieren während der Fahrt die Segel und Leinen auf, schlagen die kleine Kuchenbude ab und räumen das Boot auf. Daneben immer ein Blick auf die vielen Fischerboote, die nun unterwegs sind und die Reusen die bis kurz vor der Einfahrt in den Hafen ausgelegt sind.

Beifang schwimmt tot im Wasser
Die Hochhäuser von Povoa schälen sich aus dem Dunst

Erst ca. sechs Seemeilen vor der Küstenlinie schält sich die Stadt aus der Dunstglocke. Sie ist größer als erwartet. Hochhäuser reihen sich aneinander. Wir steuern auf das große Brakewater zu. Ein Marinero weißt uns ein und nimmt unsere Leinen an. Bernd, wie wir auch Mitglied im TO und bei Intermar, mit dem wir heute morgen Funkkontakt auf Kurzwelle hatten, hilft auch beim Anlegen. Und so liegen wir am frühen Nachmittag in der Marina in Povoa sicher vertäut am Steg. Wir sind wieder zurück auf Festland Europa und haben unsere kleine Atlantikrunde gut hinter uns gebracht. Nun werden wir uns erst einmal in Povoa etwas umsehen ….

Jetzt sehen wir die Sonnenuntergänge wieder von Land aus