Splash – Wieder im richtigen Element

Das wurde jetzt aber auch echt mal Zeit! Piccolina schwimmt wieder -juhu-, ist dicht -puuh-, aber noch etwas unaufgeräumt und ein ordentlicher – mmmhh – Sommerputz steht die nächsten Tage auch an, um all den Staub und Dreck vom Boatyard loszuwerden.

Der Launch war geschmeidig, mit einem Hebezeug wurde Piccolina sanft ins Wasser gelassen und bei keinem Wind sind wir einfach mal die Meile rüber nach Preveza, an den dortigen Ankerplatz.

Das Hebezeug wird unter das Boot gefahren
Danach werden die letzten Stützen entfernt
Jetzt geht’s ins Wasser 😊

Nun erst mal Gas raus, eins nach dem anderen erledigen und schauen, dass unser Boot auch innen wieder sauber und ordentlich wird. Abends können wir in Preveza bummeln – wobei da ist es uns eigentlich eher zu voll. Die Hochsaison ist noch nicht vorbei und besonders am Wochenende ist hier richtig was los. Dann kommen die ganzen Chartercrews rein um die Boote abzugeben bzw. einzuchecken, entsprechend ist viel Trubel. Unter der Woche ist es angenehmer.

Vor Anker bei Preveza

Der erste Tiefpunkt kommt bald – die vordere Toilette geht nicht. Sie saugt kein Wasser an. An der Pumpe liegt es nicht – dann kann es nur das Seeventil sein. Es wäre ja nicht so, dass wir erst jetzt ins Wasser gekommen sind. Und das Ventil hat sich eigentlich ganz ordentlich angefühlt an Land, als wir es bewegt hatten. Leider sieht man bei den kleinen 1/2″ Ventilen von außen nicht ob sich die Kugel im Inneren öffnet und schließt. Jedenfalls ist da was faul. Nun ja, so was haben wir ja schon mal im Wasser gemacht, und nach drei Tagen seelisch darauf vorbereiten (Steffi) gehen wir es an. Der Borddurchlass wird im Wasser von außen verschlossen, da haben wir einen passenden Gummistopfen. Innen kommt erst mal der Schlauch ab, dann wird das Ventil erwärmt und vorsichtig abgeschraubt. Alles bleibt trocken – ein erster Stein fällt vom Herzen. Das neue Ventil wird angebaut. Leider ist nun der alte Schlauch zu kurz, da er nicht zerstörungsfei vom Anschluss runter ging. Also mit dem Dingi in die Stadt, neuen Schlauch besorgen, einbauen, Ventil auf, unter Wasser den Stöpsel ziehen und…. supi! Alles funktioniert, alles ist dicht. Wo war das Problem? Uns sind ja schon einige alte Ventile kaputt gegangen. Nicht dass sie geleckt haben, aber der Zapfen der die Kugel bewegt hat, korrodierte teilweise und hatte sich aufgelöst. Dieses Mal war scheinbar ein ganz anderes Problem. Als wir das Ventil in den Fingern hatten, stellten wir fest, dass Schaumstoff oder irgenwelche Fasern die Kugel verstopften. Es steckte sogar noch etwas im Borddurchlass. Woher das kam? Sehr fragwürdig. Als das Boot aus dem Wasser gekrant wurde, hatte alles noch funktioniert und die Wahrscheinlichkeit dass wir gleich beim ersten Ansaugen etwas so tief ins Ventil hineinsaugen ist gleich Null. Woher kommt also der Schaumstoff? – Eine Erklärung haben wir dafür nicht.

Nachdem das geschafft ist können wir unseren Ankerplatz genießen. Es ist einfach schön, wieder auf dem Wasser zu sein. Ab mittags kommt der übliche Westwind und macht die Temperaturen angenehm. Jetzt ist mit die beste Zeit was die Temperaturen angeht. Nicht mehr ganz so heiß und nachts kühlt es ein wenig ab, das Wasser ist herrlich warm.

Blick vom Boot am Ankerplatz
Nach achtern schöne Aussicht auf den ambrakischen Golf und die Berge im Süden

Wir werden noch ein paar Tage vor Preveza liegen, bevor es nach Lefkada geht. Immerhin ist die Brücke vom Kanal wieder auf und wir müssen nicht um die ganze Insel herum fahren. Aber davon mehr im nächsten Beitrag

Two sides….

Kirchen gibt es reichlich , wie in jeder griechischen Stadt
In der Marina gibt es ein Kai für große Boote – vor Sonnenuntergang ist noch wenig los….
ebenso vor dem langen Stadtkai – abends herrscht hier ziemlich Trubel

Von Hitzeperioden, guten Freunden und mehr Arbeit als geplant

Irgendwie dauert einfach immer alles länger als geplant – zumindest bei uns. Ursprünglich wollten wir spätestens Ende Juni wieder auf der Piccolina sein. Aber letztlich flogen wir erst Mitte Juli nach Griechenland. Mitten im Hochsommer. Da macht das Leben auf dem Yard mal so richtig Spaß! Aber der Reihe nach: Nach einem fantastischen Landeanflug über den ambrakischen Golf bei Sonnenuntergang betraten wir mit gemischten Gefühlen griechischen Boden. Einerseits freuten wir uns riesig endlich wieder auf unser Boot ziehen zu können, andererseits ist es nicht besonders prickelnd bei der angesagten Hitzewelle am Boot zu schuften. Erste Aktion nachdem wir auf dem Boatyard angekommen sind: Leiter ans Boot, alle Luken auf und Lüfter an – und dann erst mal etwas abwarten. Aber so schnell kühlt das Boot ja nicht aus. Also setzen wir uns noch etwas aufs Deck und genießen es einfach wieder hier zu sein.

Toller Landeanflug nach Aktio über den ambrakischen Golf – hier die Insel Koronisia im Vordergrund

Den nächsten Tag verbringen wir damit Piccolina zu schrubben. Es ist unglaublich, wieviel Dreck sich an Deck angesammelt hat. Es hat wochenlang nicht mehr geregnet und wenn gegen Mittag der Wind aufbriest wirbelt er feinen Staub vor sich her, denn auf dem Yard ist wenig geteert. Und da wir direkt nach dem Eingang zum Werftgelände aufgepallt sind, fährt jedes Auto an uns vorbei und auch die meisten Boote werden an uns vorbei zum Stellplatz gebracht. Jedes Gefährt hinterlässt eine feine Staubschicht auf unserem Boot und innerhalb weniger Tage ist die Bootswäsche nur noch eine schwache Erinnerung.

Nach vier Tagen ist schon wieder eine dicke Staubschicht im Cockpit

Für die erste Woche haben wir ein Auto gemietet, um noch ein paar Dinge organisieren zu können. Da sehen wir auf dem AIS dass die SY Eleanor nicht weit von uns ankert. Spontan verabreden wir uns für einen netten Abend in Vonitsa mit Micha und Tobi, die beide auch aus unserer Ecke kommen und die wir das letzte Mal durch Freunde in Ulm getroffen hatten. Bei leckeren Muscheln gibt es viel zu erzählen, wir sitzen bis spät in der Nacht.

Bei der Piccolina machen wir uns an die Arbeit. Wir wechseln die Opferanode beim Boiler. Eine undankbare Aufgabe, ist dieser doch ganz hinten im Motorraum angebracht und es ist nicht einfach, sich so hinter den Motor zu falten, dass man an die betreffende Stelle hinkommt. Nacheinander arbeiten wir unsere to do Liste ab: Doradelüfter frisch eindichten, Steuerstand neu streichen, Rollen am Mast wechseln, Vorfallen wechseln, Klampen tauschen, Kompass mit ParaffinOil auffüllen, damit die hässliche Luftblase weg ist, Gasflaschen füllen und viele, viele weitere Kleinigkeiten.

Abends kommt mal ein Esel vorbei…
…und eine Lehmwespe findet dass unser Bücherregal ein prima Plätzchen für den Nachwuchs wäre

Doch eine Sache schieben wir schon lange vor uns her und irgendwann müssen wir da dann doch ran: an unser Unterwasserschiff. Piccolina hat ein Langzeitantiflouling (damit der Rumpf nicht zuwächst) auf Kupferbasis. Ganz glücklich waren wir damit noch nie, was aber höchst wahrscheinlich nicht am Antifouling selbst liegt, sondern am schlechten Aufbringen deselben, welches wir damals, vor unserer Abreise in Auftrag gegeben hatten. Nun sind einige Schadstellen zu sehen, die uns teileweise schon längere Zeit Kopfzerbrechen machten. Aber letztendlich hilft das ja alles nichts und so schleifen wir unseren Rumpf, je nach Notwendigkeit unterschiedlich ab, teilweise bis auf den Primer. Wer schon einmal Epoxy geschliffen hat, weiß wie viel Arbeit das ist. Wenigstens ist die erste Hitzewelle gerade durch und die Temperaturen sind wieder im Wohlfühlbereich, wenn Nachmittags der Wind einsetzt ist es sogar richtig angenehm.

Backbord soll der Wasserpass und der Kiel neu beschichtet werden
Aber auch die anderen Flächen bekommen einen guten Anschliff…

Wir freuen uns, dass Anke und Uwe von der SY Madrugada auch auf unserem Yard kranen und noch ein paar Tage hier sind, bevor sie nach Deutschland fliegen. Da können wir dann abends gepflegt die ein oder andere halbe Stunde zusammensitzen, bei Rotwein oder Ouzo und ordentlich Seemannsgarn spinnen. Das letzte Mal haben wir die beiden in Palermo getroffen, nachdem wir uns vor Jahren in Galizien kennenlernten und es ist immer eine Riesenfreude die beiden zu sehen.

Am darauffolgenden Wochenende ist das Aufbringen des Coppercoat angesagt. Da ist weniger los auf der Werft und es staubt nicht so sehr. Pünktlich ist für diese Tage die nächste Hitzewelle angesagt. Mit Ostwind – was sehr ungewöhnlich ist im Ionischen Meer. Obwohl wir schon morgens bei Sonnenaufgang anfangen wird es ein mühsamer Job, denn das Epoxidharz, die Grundlage des Coppercoat, zieht bei wärmeren Temperaturen natürlich viel schneller. Dazu kommt, dass nicht nur die Außentemperatur schon ab 9 Uhr die 30°C Marke überschreitet, sondern auch der Bootsrumpf heizt sich unglaublich auf. Wir bekommen es trotzdem irgendwie gebacken und sind mit dem Ergebnis auch zufrieden – von einer kleinen Ausnahme abgesehen. Nun kann die Beschichtung aushärten und wir einen Gang runterschalten. Am späten Nachmittag legen wir nun immer eine Siesta ein, unter wunderbar schattenspendenden Bäumen. So geht’s!

Steuerbordseitig wurde nicht so viel ausgebessert….
…wie an Backbord
Unter den Bäumen lässt es sich aushalten
Eine gute Sache: Im Restaurant kommt meist eine kühle Flasche Wasser auf den Tisch

Das schlimmste ist geschafft, nun muss das Coppercoat noch angeschliffen werden um das Kupfer freizulegen und dann können wir Piccolina putzen und endlich unsere Segel anschlagen. Es ist Wasser in Sicht, bald wird Piccolina wieder schwimmen. Da freuen wir uns schon drauf

Winterruhe für PICCOLINA

Lange haben wir nichts von uns hören lassen. Deshalb gibt es jetzt ein kurzes Update.

Am letzten Augusttag wurde unsere Piccolina gekrant, unten rum gereinigt und steht seither hoch und trocken an Land. Bis zu unserem Flug nach Deutschland war noch allerhand zu tun auf dem Boot, auch wenn wir die Segel schon im Wasser abgeschlagen haben und auch die Motorwartung abgehakt werden konnte. Ein besonders Schmankerl bereitet uns das Ziehen der Welle, was nötig ist um eine neue Wellendichtung einzusetzen. Wir brauchten tatsächlich einen ganzen Tag um zehn angerostete, festgebackene Schrauben zu lösen, obwohl (glücklicherweise) keine gebrochen ist (was im ersten Moment nicht ganz klar war, als sich die 12er Schrauben immer mit einem lauten Schlag lösten).

Wir nahmen uns die Zeit für ein paar Ausflüge mit dem Mietwagen, besuchten unter anderem nochmals Syvota auf Lefkada, wo wir nach unserer Sturmnacht so herzlich aufgenommen wurden. Ron und Viola vom Trocolo Pontoon freuten sich ebenso wie Yanna, dass wir mal wieder vorbeischauten. Und trafen genau dort noch einen guten alten Bekannten von Zuhause. Welch ein unglaublicher Zufall!

Während wir in Deutschland einiges zu erledigen haben, darf sich unsere Piccolina ausruhen. Gesellschaft hat sie genügend – auch schon bekannte Boote stehen mit ihr auf dem gleichen Yard und sie werden sich untereinander sicher viel zu erzählen haben 😉

Natürlich sind wir mit unserer Arbeit am Boot noch lange nicht fertig und so reisen wir auch im Winter nach Griechenland, wenn wir ein ausreichend großes Zeitfenster dort verbringen können. So verbrachten wir den November im Süden Europas und kombinierten Arbeiten am Boot mit ein paar schönen Sightseeing Tage im Epirus Gebirge, bevor es wieder zurück ins kalte Deutschland ging.

Nach zwei Jahren im Wasser, kommt unsere Kleine mal wieder raus an Land

…mit der Fähre
Die Silouette Corfus am Abendhimmel

Wir fahren noch ein paar Tage in die Berge…
Auch in Griechenland wird es herbstlich
Die Vikosschlucht im Epirusgebirge
Etwas weiter der steinerne Wald….

Nochmals der Blick in die Vikosschlucht – etwas weiter im Norden

Und überall herbstlich Bunt

Der erste Regen seit Monaten und endlich kühlere Nächte

Es ist Mitte August und die letzten Wochen war es einfach nur heiß. Selbst ein Bad im Meer brachte kaum Abkühlung, denn 30°C Wassertemperatur fühlt sich definitiv eher nach Badewanne an. Der kühlende Effekt kommt erst durch Verdunstungskälte wenn man aus dem Wasser steigt. Nun scheint es, dass die größte Hitze hinter uns liegt.

Ein nächtlicher Gast – er hatte es sich schon auf der Badeplattform bequem gemacht als wir vom Essen kamen und schlief bis nach 8 Uhr….
In der Rouga Bucht liegen einige Boote vor Anker

Nachdem wir von der hintersten Ecke vom ambrakischen Golf hoch am Wind zuerst zur Rougabucht und dann zur Insel Koronisia gesegelt sind, wurde es bei unserem morgendlichen Landgang plötzlich ziemlich Dunkel. Wir bekamen schon ein paar Tropfen ab, als wir mit dem Dinghy zurück zur Boot fuhren, aber gerade als wir heil an Bord waren, bekam unsere Piccolina eine ordentliche Süßwasserdusche verpasst. Seit wir in Griechenland sind, der erste nennenswerte Regen (von ein paar versprengten Tropfen abgesehen, die nur den Sand aus der Luft gewaschen haben und das Boot völlig verdreckten).

Schon bei Sonnenuntergang bedecken einige Wolken den Himmel
Es zieht zu – Zeit um zum Boot zurückzukehren
Die Regenwolken kommen näher
Noch wissen wir nicht dass uns die Musik dieser Bar die halbe Nacht wachhält
Der erste Regen seit Monaten

Koronisia macht einen netten Eindruck, ein kleines Dorf mit einem (leider zu flachen) Hafen, eingebettet in eine riesige Lagunenlandschaft, ein paar kleine pittoreske Inselchen davor. Wir ankern auf unter 4m Wassertiefe und sind immer noch mehr als 300 Meter vom Ufer entfernt. Auch hier als einzigstes Boot – nur in Rouga waren mehrere Segelboote vor Anker. Das Dorf hat zwar ein paar Restaurants, aber leider keinen Laden. Nur morgens gegen halb zehn kommen ein Bäckerlieferwagen und ein fahrender Gemüsehändler in den Ort. Da wir sonst noch genügend Vorräte haben, sollte uns das reichen. Doch leider kommt es nicht mehr dazu, dass wir hier nochmals anlanden. Mehrere Gründe lassen uns sehr spontan unseren Plan ändern. Zum einen ist da diese Beachbar. Eigentlich ja nett, und am ersten Abend auch gut auszuhalten, denn die Laute Musik wurde schon gegen halb elf leiser gedreht und eine Stunde später war ganz Schluss. Naja – war halt auch Sonntag, praktisch noch Wochenende. Dachten wir. Aber am Montag ging es schon Nachmittags lautstark los, die ganze Zeit irgendwelche Techno- Rhythmen und der Beat und die Bässe wurden auch nicht leiser, als wir uns dann um Mitternacht in die Kojen legten. Zu guter Letzt spielte die Musik noch bis kurz vor vier Uhr morgens, als wir zur Wache aufgestanden sind, da ringsum mehrere heftige Gewitterzellen zugange waren. Um halb sechs war dann fast alles durch und wir konnten nochmals etwas Schlaf nachholen. Als wir uns dann fertig machen wollten für den Landgang, bescherte uns der Ostwind so viel Welle, dass wir sicherlich nicht trocken mit dem Dinghy an den Strand gekommen wären. Also packten wir die Gelegenheit am Schopf und segelten mit dem passenden Wind nach Vonitsa. Noch eine schlaflose Nacht neben der Disco müssen wir nicht haben. Sehr schade, hatte uns doch der Ort wirklich gut gefallen.

Hinterm Strand dehnt sich eine große Lagunenlandschaft aus

Ein Heiliger wohnt immer ums Eck….

In der ersten Nachthälfte malen Mond und Wolken schöne Bilder in den Himmel

Nach einer etwas schlaflosen Nacht segeln wir nach Vonitsa
Nette Insellandschaft

Nun liegen wir wieder vor Vonitsa. Auch schön. Das Wetter ist immer noch sehr schwül und gewittrig, aber es ist dennoch einiges kühler geworden und das ist uns sehr willkommen.

Im ambrakischen Golf

Aktio liegt direkt gegenüber der Stadt Preveza, getrennt durch den engen Kanal der den ambrakischen Golf mit dem ionischen Meer verbindet. Viele wird der Name geläufig sein, denn dort liegt der Flughafen, an dem viele der Feriengäste der Ionischen Inseln ankommen. Für uns bzw. Piccolina wird Aktio das Winterlager werden. Drei große Werften sind hier angesiedelt und die Zahl der Yachten, die hier hauptsächlich über den Winter stehen geht sicher weit ins vierstellige. Auch wir haben vorab schon einen Platz gebucht und so fahren wir mit dem Dinghy von unserem Ankerplatz in Preveza zum Office hinüber, um einen genauen Krantermin festzulegen. Dabei schauen wir uns schon mal grob um in der Werft. Die Mitarbeiter machen allesamt einen sehr netten, aber auch professionellen Eindruck. In ein paar Wochen werden wir genauer davon berichten können.

Am Ankerplatz in Preveza mit Blick auf das Epirus Gebirge auf dem Festland
Der ambrakische Golf ist sehr fischreich, man sieht viele kleine Fischerboote

Zurück beim Boot warten wir auf Segelwind, um weiter in den ambrakischen Golf zu reisen. Wie fast immer setzt der Seewind kurz nach der Mittagszeit ein. Mit der Genua segeln wir entspannt einige Meilen. Unweit von Vonitsa suchen wir uns einen Platz in einer netten Bucht und verbringen dort zwei ruhige Nächte, bevor es weiter in das kleine Städchen geht. Dort liegen wir dann direkt vor der Stadt, die Promenade ist wie üblich eine Aneinanderreihung von Tavernen und Cafés. Wir schlendern durch enge Gassen. Ein paar Straßen weiter gibt es kleine Supermärkte und wir kaufen frische Früchte in einem Gemüseladen und haben Spaß mit den netten Besitzerin. Das Burggelände gleich neben der Stadt wurde renoviert und man muß Eintritt zahlen (3 Euro). Es gibt nicht sehr viel her, aber es lohnt sich dennoch, hat man doch einen sagenhaften Ausblick.

Ankerplatz zwischen Preveza und Vonitsa

….und vor Vonitsa – Blick von der Burg

Alter Olivenbaum
Blick auf Vonitsa
Blick Richtung Preveza

„Finde den Fehler“

Der ambrakische Golf ist wie ein großer Magen der sich vom Meer aus ins Festland stülpt. Das Wasser ist nicht klar – mehr als zwei Meter Sichtweite ist eher selten – dafür gibt es hier viele Schildkröten (können wir schon bestätigen), Delfine (haben wir später ein paar gesehen) und sehr viele Vögel, von Seeschwalben bis Pelikanen. Durch die zwei Zuflüsse und den nur engen Kanal ins Meer ist das Wasser weit weniger salzig als im ionischen Meer. Das merkt man nicht nur wenn man ins Wasser springt, auch unser Wassermacher kann mit einer nie dagewesenen Ausbeute an Süßwasser aufwarten.

Es gibt auch zahlreiche Fischfarmen im Golf

Leider ist die Sicht durch das trübe Wasser eingeschränkt, so dass man die Schildkröten meist nur sieht, wenn sie beim Luftholen den Kopf aus dem Wasser strecken. Aber einmal ist auch ein Exemplar direkt am Boot vorbeigeschwommen. Die Schildkröten hier sind riesig, noch größer und stämmiger als die Art die wir in der Karibik gesehen haben. Nach einiger Recherche im Internet vermute ich, dass es sich um die grüne Meeresschildkröte handelt, aber ganz sicher bin ich mir nicht.

Eine Bucht für uns alleine

Es ist wenig los im Golf
…aber genauso heiß wie sonst in Griechenland

Während die hohen Temperaturen ein paar wenige Tage lang etwas zurückgegangen sind, ist die Affenhitze wieder zurück. Wir schwitzen was das Zeug hält und vor allem nachts sind wir dankbar um jeden kleinen Windhauch. Tagsüber nutzen wir den Seewind und segeln weiter in den Golf hinein. In den Ankerbuchten sind wir alleine und bis auf wenige Ausnahmen sehen wir auch draußen auf der offenen Wasserfläche keine Boote. Es ist absolut nichts los. Unglaublich wenn man weiß, wie es um diese Jahreszeit auf den ionischen Inseln zugeht. Von Land gibt es dennoch ein paar Strände die ganz gut besucht sind und nach ein paar sehr einsamen Nächten verlegen wir unseren Ankerplatz vor das Städtchen Menidi, ganz im Nordosten des Golfs. Hier machen Griechen Urlaub. Es gibt viele Tavernen und Cafés an der Promenade, Bäcker und ein kleiner, ganz ordentlich bestückter Supermarkt sind auch zu finden. Am Nachmittag, wenn das Gebläse losgeht, wird es mitunter zwar etwas schaukelig, aber nachts ist alles wieder ruhig. In Menidi gefällt es uns ganz gut. Es ist eine seltsame Mischung aus kleinem Fischerdorf und (griechischem) Touristenort. Alles sehr überschaubar. Nach ein paar Tagen wird man auf der Straße von einigen gegrüßt und man weiß welche Fischer um welche Zeit rausfahren. Dadurch dass wir nahe an einem Höhenzug ankern, kommt die Sonne erst nach 8 Uhr über den Berg, so dass wir eine Stunde länger im Schatten liegen. Das macht echt was aus, jetzt an den heißesten Tagen im Jahr.

Wir segeln nach Menidi
Am Strand ist viel los
Der Berg hinter uns gibt uns morgens Schatten
Es gibt einen kleinen Fischerhafen
Typische orthodoxe Kirche
Hier steht statt einer roten Tonne einfach eine rote Straßenlaterne
Mittags ist es brütend heiß – nicht immer kommt Wind
Der Ort liegt versteckt in der Bucht
Im Norden gibt es flache Lagunen
Wie wohl der Starfighter hier“gelandet“ ist?
Die Schatten werden länger – die Hitze lässt nach
Viele Besucher bleiben im Wasser bis es dunkel ist
Am Strand und am Boot gibt es spektakuläre Sonnenuntergänge

Die Hitze lähmt. Nachmittags verdrücken wir uns oft in den Schatten an Land, aber große Aktivitäten sind nicht drin. Dafür versuchen wir etwas grichisch zu lernen. Nicht ganz einfach. Die Schrift ist die erste kleine Hürde. Nicht nur die Buchstaben an sich, sondern wie was ausgesprochen wird… Beispiel gefällig? Es gibt 6 verschiedene Arten ein gesprochenes i zu schreiben:

6 Möglichkeiten um ein gesprochens i zu schreiben – als Legastheniker muss diese Sprache ein Alptraum sein

Gut – wir müssen kein Diktat schreiben und lesen ist natürlich viel einfacher als schreiben, dennoch ist es manchmal nicht ganz einfach da durchzublicken, denn das ist ja erst der Anfang. Nun, immerhin ist es ein Zeitvertreib, der nützlich ist und die Griechen freuen sich, wenn man ein paar Brocken in ihrer Sprache beherrscht. Allerdings wird dann oft schnell wieder auf Englisch gewechselt, denn damit funktioniert die Verständigung dann doch um ein vielfaches einfacher. Aber wir bleiben dran!