Der Schlag von Trizonia zurück nach Mesolongi läuft besser als erwartet. Nur zwei Stunden müssen wir Motoren, dann schiebt uns achterlicher Wind bis kurz vor den Kanal. Herrliches Segeln bei bis zu 20 Knoten Wind. Vorhergesagt waren gerade mal 10. Aber so ist es natürlich schöner.

Vor Sonnenaufgang legen wir ab von Trizonia

Zu Beginn müssen wir motoren


Doch dann haben wir herrlichstes Segelwetter

Erneut geht es durch die Rio-Andirrio Brücke

Wir kommen am Spätnachmittag an, legen uns an den Stadkai und gehen Essen in ein nahegelegenes Restaurant. Aber aus dem Plan hier nur ein paar Tage zu verbringen, bis die Bedingungen zum Weitersegeln passen wird erst mal nichts. Rolf hat massive Schmerzen im Knie, an Segeln ist nicht im Traum zu denken, maximale Reichweite sind die Restaurants die direkt am Stadtkai liegen. Es gibt bessere und schlechtere Tage, aber das wird definitiv nicht mehr gut. Nachdem etwas er etwas Kortison ins Knie gespritzt bekommt beschließen wir nach Preveza hoch zu motoren. Die Marina und Werft in Mesolongi sind voll und bei Preveza oder Aktio werden wir noch die größten Changen auf einen Platz für unsere PICCOLINA haben

Eine Lagunenlandschaft umgibt Mesolongi




Am Kanal entlang stehen Sommerhäuser auf Stelzen





Blick auf das Hafenbecken in Mesolongi


Die Weiterfahrt nach Norden findet unter Motor statt
Nach knapp zwei Tagen legen wir am Stadtkai von Preveza an, nach einer ruhigen Nacht vor Anker im Ionischen Meer und angenehmen Bedingungen zum Motoren. Helena und Martin von der NIRVANA helfen uns beim anlegen mit dem Leinenhandling. Die Zwei sind gerade auf der Werft und schauen nach ihrem Schiff. Seit wir uns das letzte Mal in Portugal gesehen haben sind ein paar Jahre ins Land gezogen, aber um so schöner, dass der Kontakt erhalten blieb und wir sie nun wiedersehen. Beim gemeinsamen Abendessen bieten die Zwei ihre Hilfe zum Abschlagen der Segel an, was wir dankbar annehmen. Gleich am nächsten Tag ist es sonnig und fast windstill, also ideal um die Segel herunterzunehmen. Zu viert geht die Arbeit schnell von der Hand und ich bin froh dass Rolf sein Knie schonen kann. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an die beiden – im Nachgang sind wir sogar sehr froh dass wir diesen Tag hatten, denn die folgenden zwei Wochen gab es keine Gelegenheit mehr ohne Regen oder Wind die Segel abzuschlagen. In Anbetracht der schlechten Wettervorhersage beschließen Helena und Martin wieder die Heimreise anzutreten. Wir hoffen wir sehen die beiden im nächsten Jahr wieder – und hoffentlich wenn unsere Boot im ihrem eigentlichen Element, im Wasser, liegen.

Der erste Sonnenaufgang am Stadtkai in Preveza - noch ist das Wetter schön

Bei diesem Wetter ist der Stadkai prima - jetzt im Winter ist fast nichts mehr los...

Bei windigem Wetter wird es hier ganz schön ruppig
Die ersten Tage am Stadtkai in Preveza sind zäh, denn das Wetter zeigt sich von seiner schlechten Seite. Der Wind nimmt immer weiter zu und von Donnerstag auf Freitag Nacht pfeift es mit 30 Knoten. Eigentlich gar nicht so viel, wenn der Liegeplatz einigermaßen geschützt wäre. Aber bei dem direkten Südwind, der querab auf das Schiff steht drückt es uns ziemlich in die Muringleinen und es fehlt nicht mehr viel, dass die Badeplattform am Kai streift. Die Fender fendern ihren Namen gerecht werdend gut ab, aber es steht so ein starker Schwell, dass wir Gefahr laufen, dass die Fender über den Rand des Kais gespült werden. Nach einer schlaflosen Nacht dreht der Wind langsam recht und kommt nun von etwas achterlicher und die fiese Welle beruhigt sich schnell. Wir liegen wieder entspannter, dafür haben wir nun den ganzen Tag Gewitter und Regen. Zu guter Letzt geht uns auch noch das Gas zur Neige, aber hier ist die Rettung ganz nah in Form einer jungen Griechin, die ums Eck eine Wäscherei betreibt und auch Gasflaschen verkauft. So können wir unser Butan auffüllen und in der Zwischenzeit kochen wir unseren Kaffe mit unserem selbstgebauten Spirituskocher.

Der Wind und der Schwell halten uns die ganze Nacht wach


Und es dauert tatsächlich den ganzen Tag, bis die Konvergenzlinie die viele Gewitter mit sich bringt von Nord nach Süd über uns drüber gewandert ist

Da das Gas aus ist wird kurzfristig mit unserem bee can stove Kaffe gekocht

Eine der wenigen sonnigen Stunden in Preveza


Am Dienstag sind wir bereit zum Ablegen. In der Werft nördlich von Preveza haben wir unseren Krantermin. Es regnet ein wenig und es ist leichter Wind aus Nord also von Backbord. Wir machen die Leeleinen los, dann lass ich die Muring in Luv fallen und ehe wir uns versehen vertreibt der Bug völlig nach Backbord. Es wird ein total verkorkstes Anlegemanöver, denn wir haben nicht damit gerechnet dass so viel Strömung auf unseren Liegeplatz steht. Unglaublich. Am Müll oder den Ästen die an der Wasseroberfläche schwammen war es nicht zu erkennen. Aber wir können gerade noch alles abfendern zum nächsten Boot und wir bekommen auch keine Muring in den Propeller – das hätte und ja gerade noch gefehlt. Der Tag nimmt seinen Lauf und geht so weiter wie er angefangen hat. Wir legen im Slip der Werft an, froh nun bald an Land zu stehen, doch es kommt ganz anders. Obwohl wir einen bestätigten Termin haben, die Werft unsere Schiffsdaten vorab bekam und wir einen Preis bestätigt bekamen, der sechs Monate auf dem Stellplatz beinhaltete, wurde uns plötzlich gesagt dass sie uns nicht kranen können. Plötzlich war das Boot zu groß und zu schwer, dann war es das Problem dass wir nicht früh genug zurück ins Wasser wollten. Ausrede um Ausrede aber die klare Aussage: „Wir kranen euch nicht“. Unglaublich. Weil wir bei dieser Werft eine Zusage hatten, sagten wir bei anderen Anfragen vorzeitig ab. Und um diese Jahreszeit haben einige Werften schon geschlossen. Und dann kommt noch der schöne Satz der Chefin:“ Auch für uns ist das jetzt schwierig und wir wissen wie sie sich fühlen.“ Dieser Satz lässt mich die Frau nur sprachlos anschauen. Ja, klar. Sie hat ja kein Problem, falls wir unseren Flug nicht kriegen, oder wenn wir keinen Liegeplatz hier in der Gegend bekommen. Sie ist ja fein raus – aber es ist ja wunderbar wenn sie weiß wie es uns jetzt geht.
Jetzt klappern wir nochmals alles ab, was wir an Werften in der Gegend wissen. Die größte Hoffnung ist die Aktio Marina, in der wir letzten Winter gestanden sind. Bei unserer Einwasserung im Sommer hatten sie gesagt dass sie voll sind, aber nun kurzfristig tut sich doch noch ein Plätzchen auf für unsere Kleine. Wir können gleich rüberfahren und am Slip festmachen. Ach was sind wir erleichtert. Wir werden sogar noch am selben Tag gekrant und stehe gleich neben dem Platz vom letzten Jahr. Vielen Dank an die Aktio Marina, dass das so geklappt hat. Nun werden wir noch ein paar Tage das Boot winterfest machen und nächste Woche geht unser Flieger von Thessaloniki nach Deutschland. So schnell ändern sich die Pläne…

Nun sind wir wieder bei Aktio gelandet und werden herzlich begrüßt.

...und wir werden noch am gleichen Tag aus dem Wasser geholt

Die nächsten Tage regnet es fast ununterbrochen
