Hitzewelle auf der Werft, Temperatur, Taupunkt und Co

Es ist einfach unglaublich wie die Zeit vergeht. Dachten wir zu Anfang, dass uns zwei, drei Wochen reichen um Piccolina fertig für den Launch zu bekommen, werden es nun doch fünf Wochen werden. Der Zeitplan ist wieder mal ziemlich daneben. Dabei war die To Do Liste eigentlich recht übersichtlich, doch wie so oft kam halt doch der ein oder andere Punkt dazu und andere Arbeiten zogen sich in die Länge wie ein Kaugummi. Nun aber ist die neue Batterie verbaut, mit der ganzen Peripherie die dazu gehört, der Kabelbaum ist verschlankt, eine falsche Verdrahtung, die wir schon seit Jahren gesucht haben ist entfernt und nun hoffen wir, dass die neue Elektrik und Elektronik problemlos funktioniert – drückt uns die Daumen! Immerhin hat unser Raspery Pie mit der passenden Software alle Geräte erkannt und gibt Verbrauch und Ladung an, sowohl vom Landstrom als auch von den Solarpanelen, die immer noch tadellos funktionieren. Ab Ende nächster Woche werden wir auf sie angewiesen sein, wenn wir wieder vor Anker sind.

Wo vorher gerade mal 4 Hausbankbatterien Platz gefunden hatten, ist nun auch Platz für zusätzliche Elektronik

Auch im Motorraum wurde neu verdrahtet.

Unsere Wasserverteilung hat uns auch einige Stunden Arbeit eingebracht. War doch ein unedleres Zwischenstück verbaut, dass sich unbemerkt über die Jahre langsam auflöste. Manchmal hat es ja auch Vorteile, wenn man im Motorraum zugange ist und sich auch andere Bauteile anschaut.

Um an den Wasserverteiler zu kommen muss man bäuchlings auf den Motor liegen…

Was uns jedoch wirklich geschlaucht hat war das Wetter. – Ja es ist heiß im Sommer in Griechenland. Ja, es ist sogar sehr heiß dort. Aber die letzten Wochen waren dazu noch extrem schwül. Die Meteorologen geben da gerne den Taupunkt an. Also die Temperatur bei der der Wasserdampf in der Luft kondensieren würde. Anders gesagt, je feuchter die Luft desto höher der Taupunkt, was man also früher mit relativer Luftfeuchtigkeit angegeben hat, wird heute oft durch den Taupunkt definiert. Wikipedia gibt an, dass ab einem Taupunkt von 16°C von einer schwülen Hitze gesprochen wird. Den Taupunkt messen können wir an Bord natürlich nicht, aber wir sind Luftlinie ca. 3km von der Messstation am Aktio Flughafen entfernt und können somit nachvollziehen warum es sich manchmal so unerträglich heiß anfühlt:

Kurz vor Mitternacht 30°C bei 24°C Tautemperatur ist nicht wirklich Spaß pur…

Besonders bei Arbeiten im Boot wird die Schwüle heftig. In kurzer Zeit sind T-Shirts und kurze Hosen völlig durchnässt. Die Werkzeuge gleiten einem aus der Hand und der Fußboden wird gefährlich rutschig wenn der Schweiß tropft. Auch die Augen brennen.

Schweißtreibende Temperaturen …

Vorsicht – Rutschgefahr!

Ohne Ventilatoren wäre die Lage noch desaströser. Unser Neuer – Freddy – läuft die ganze Nacht leise summend über unserer Koje und kühlt die nackte Haut auf eine erträgliche Schlaftemperatur. Lange Arbeitstage sind nicht drin, aber wohin bei der größten Hitze des Tages? Eine kurze Abkühlung bringt ein Einkauf bei der deutschen Supermarktkette – auch die Autofahrt dort hin ist ganz angenehm. Im schattigen Biergarten geht es so einigermaßen, wenn am Nachmittag der Wind aufbriest. Zum Abendessen fahren wir gern nach Vonitsa. Dort ist es nicht ganz so heiß, nicht ganz so feucht und unser Stammrestaurant liegt zwei Stunden früher im Schatten als anderswo. Auf die kleinen Dinge kommt es manchmal an.

Bevor die Maulbeerbäume geschnitten wurden gab es einen wunderbaren Schattenplatz auf der Werft für eine Siesta

Ein zweiter beliebter Kurzausflug geht rüber nach Lefkada – unter hohen Bäumen mit Blick aufs Meer

Festung vor der Kanalbrücke

„Regatta“ von Lefkada nach Preveza am Freitag Nachmittag

Während ich diese Zeilen schreibe liegen die schlimmen Tage hinter uns. Ja, auch heute hatten wir 30°C, aber dennoch empfanden wir es als richtig angenehm. – ein Blick auf die Messstation Aktio zeigt Taupunkt 19°C, das ist für uns nicht schwül, sondern schon richtig erfrischend. Und auch die Nächte werden nicht mehr so klebrig. So kann das Wetter gerne noch eine Weile bleiben.

Wir haben noch ein paar Tage bis wir ins Wasser kommen, aber das wichtigste ist fertig. Die Segel sind angeschlagen, der Außenborder läuft , das Dinghy hat ein Bodenbrett bekommen, die Seeventile sind kontrolliert, der Rumpf abgeschliffen, das Gas aufgefüllt (da wir immer noch die karibischen Flaschen haben, bleibt uns da leider kaum was anderes übrig), die Stopfbuchse gefettete und, und, und….

Gas…

…und Außenborder – ✓Check

Meist sind Wolken rar, doch manchmal gibt es schöne Bilder am Himmel

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