Chaguaramas / Trinidad

Die Bucht von Caguaramas liegt an der Nordwestecke Trinidads und ist unter den Yachties ein bekanntes Hurricanehole. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Insel von einem Hurrikan getroffen wird ist sehr gering. In den letzten gut 100 Jahren lag sie nur einmal in der direkten Zugbahn. Dazu kommt dass Chaguaramas sehr gut von Osten geschützt ist und sich praktisch kein Schwell aus dieser Richtung aufbauen kann. Es gibt noch andere Ankerbuchten nicht weit von hier, sowohl auf der Hauptinsel als auch auf den kleinen Inseln um die Nordwestspitze herum. Auch dort kann man gut liegen, aber die allermeisten Yachten kommen hierher und einige hundert Segel- und Motorboote werden hier über die Hurrikansaison an Land gestellt. In Chaguaramas sind eine handvoll Werften, die sich auf Freizeitboot eingestellt haben, entsprechend ist hier (fast) alles zu bekommen was das Seglerherz begehrt. Verschiedene Shipchandler bieten alles ums Boot, dazu gibt es Segelmacher, Motorwerkstätten, aber auch Restaurants und Supermärkte direkt auf den Werftgeländen. Fast überall gibt es Dinghydocks, so dass man direkt von einer Werft zur anderen fahren kann, ohne weit laufen zu müssen. Wir sind hergekommen um Ersatzteile für unseren Wassermacher (Umkehrosmoseanlage) zu kaufen, deren Hersteller auch hier vor Ort ist. Davon abgesehen, findet man bei den Bootsbedarfausrüstern immer was, was man noch brauchen kann. Deshalb liegen wir hier nun an einer Muringboje, direkt vor den Werften. Nachteil: Zubringer- und Arbeitsboote der trinidadischen Öl- und Gasindustrie machen auch hier in der Bucht fest. Was tagsüber manchmal noch recht interessant ist, kann nachts ganz schön lästig werden. Denn Zeit ist Geld und hier wird anscheinend nahezu rund um die Uhr gearbeitet. Bis spät in die Nacht legen Schiffe an, morgens um fünf werden wir oft vom nervend piependen Gabelstapler geweckt, grelle Scheinwerfer leuchten bis in unsere Kojen. Auf Dauer ist uns das entschieden zu laut. Ein weiterer Wehrmutstropfen ist das Wasser in der Bucht. Eigentlich wäre es ganz schön und klar, von dunkler, grüner Farbe. Immer wieder sehen wir Trompetenfische von stattlicher Größe vorbei schwimmen. Was aber leider auch täglich stinkend vorbei schwimmt ist Diesel. Wir sind uns noch nicht ganz schlüssig ob es von der Tankstelle kommt, oder von den venezoelanischen Fischern, die mit uns in der Bucht liegen und per Kanister tanken – da kann ja schon mal was daneben gehen.

Blick vom Boot in Chaguaramas
Trompetenfisch in relativ klarem Wasser

Die Hauptstadt Trinidads liegt kaum 20 Kilometer entfernt und ist per Bus oder Maxi-Taxi (Minibusse die überall halten) bequem und sehr günstig zu erreichen. Port-of-Spain hat einen schlechten Ruf, was die Sicherheit angeht, aber tagsüber ist es kein Problem. Wir werden oft angesprochen, woher wir kommen. Gestern trafen wir auf eine Dame, die zur Fußball WM in Deutschland war. Sie bestätigte uns, dass die BRD ein sehr schönes Land ist – aber so KALT!! Tja, kein Wunder. Die Temperaturen hier sind noch nie unter 25°C gefallen…da gegenüber sind selbst die Sommernächte in Deutschland sehr kühl.

gut plaziert…

Die Stadt ist eine sonderbare Mischung aus gläsernen Hochhäusern (meist Regierungsgebäude), oft etwas heruntergekommenen Gebäude in der Innenstadt, immer wieder etwas deplatziert wirkenden steinerne alte Kirchen, bunte Läden, Straßenstände mit Obst und Gemüse. Die Parks sind etwas lieblos, große Grünflächen mit wenig schattenspendenden Bäumen. Dafür sind manch eindrucksvolle Exemplare in den Gärten in den besseren Wohnvierteln.

Neue…
und alte Prachtbauten
Typische Straße in Port-of-Spain

Solange wir an der Muring liegen, können wir das WiFi-Netz einer Werft benutzen, das ganz passabel funktioniert. Gleich bei unserem ersten Besuch in der Hauptstadt wollten wir uns eine Prepaid-SIM kaufen mit Internetdatenvolumen und auch Gesprächminuten ins Ausland. Wir erstanden eine SIM mit internationalen Gesprächseinheiten, dazu ein paar GByte Daten. Als ich jedoch in Deutschland anrufen wollte, war direkt nach dem Verbindungsaufbau Schluß. Nichts ging mehr, meine Gesprächseinheiten waren leer. Als wir zehn Minuten später im Telefonladen standen und uns beschwerten, fanden die Damen hinterm Tresen heraus, dass die internationale SIM-Karte nur für USA, Kanada und die karibischen Inseln funktioniert. Nach einiger Diskussion und der Frage ob denn Deutschland etwa nicht international sei, konnten wir die SIM-Karte zurückgeben und bekamen unser Geld zurück. Allerdings war es uns nicht möglich bei den Telefonanbietern eine Prepaid-SIM mit internationalem Gesprächguthaben zu kaufen – unglaublich! Das hat bis jetzt überall funktioniert. Und gerade hier, wo man überall wieder mit Kreditkarte zahlen kann, wo einen vieles an USA erinnert: keine Chance. Vielleicht gerade weil es sehr auf die USA bezogen ist….? Immerhin funktioniert unsere deutsche SIM-Karte im roaming Betrieb, wir sind also, wenn auch teuer, immer erreichbar.

Unsere Nähmaschine wurde auch mal wieder ausgepackt. In einem tollen Stoffladen in der Stadt haben wir Material gekauft um unsere Polster im Salon zu beziehen. Außerdem stehen noch ein paar kleinere Ausbesserungsarbeiten an und schließlich habe ich einige „blanke“ Gastlandflaggen genäht. Die können wir bemalen, falls wir eine Flagge nicht kaufen können – so wie zuletzt für Surinam und Trinidad &Tobago.

bunte Auswahl
Gastlandflaggen selbst gemalt

Trinidad besitzt eine schöne Vogelwelt. Selbst hier in der Bucht macht es Spaß den Fregattvögeln und den Pelikanen zuzuschauen. Zwei ganz unterschiedliche Spezies und doch sind beides hervorragende Flieger. Pelikane sitze gerne auf dicken Pfählen die im Wasser stehen und ist dann eher von plumper Statur, wenn er fliegt, gleitet er jedoch sehr elegant ganz dicht übers Wasser (Groundeffekt). Der Fregattvogel fliegt oft mit der Thermik und ist überaus wendig mit seiner schmalen Silouette. Abends sehen wir manchmal Schwärme von kleinen Papageien wahrscheinlich in ihr Nachtlager fliegen. Es gibt einige Parks in denen man Vögel beobachten kann. Vielleicht besuchen wir noch einen, es könnte aber auch sein, dass wir bald einen Chaguaramas Koller bekommen und möglichst schnell eine ruhige Ankerbucht aufsuchen.

Prima Aussicht

Überfahrt nach Trinidad

Am späten Samstag Vormittag kippt die Tide im Surinam River. Zeit für uns abzulegen. Als wir unter der Brücke bei Paramaribo durchfahren schiebt uns die Strömung mit über einem Knoten und wird teilweise sogar noch stärker, bis zu zwei Knoten. Wir fahren vorbei an der Waterkant, dem Fort Zeelandia, New Amsterdam und dessen Fort, winken nochmals zum Abschied, dann geht’s langsam raus auf den Atlantik. Bei den letzten Tonnen wird das Wasser ziemlich kabbelig, da wir den Wind auf der Nase haben und somit Wind gegen Strom. Aber kaum sind wir an der Ansteuerungstonne angekommen, können wir Segel setzen und Kurs Trinidad anlegen. Die nächsten 36 Stunden haben wir ein Traumsegelwetter. Schöner Halbwindkurs, unsere Piccolina rauscht mit 7-8 Knoten durchs Wasser und es ist dabei wunderbar leise. Kein Geklapper in den Schränken, keine Wellen die an die Seiten klatschen, wir gleiten geschmeidig durchs Wasser – fantastisch. Wir sind schnell, der Plotter sagt uns eine Ankunftszeit am Dienstag vorraus. Doch die Wettervorhersage behält recht – der Wind wird schwächer und unstet. Dafür können wir uns an Deck ausgiebig abduschen und das tiefblaue Wasser betrachten, das wir so vermisst haben. Blauer geht es nicht. Man könnte meinen man schaut bis an den Meeresgrund. Nicht umsonst gibt es den Ausdruck Blauwassersegeln, wenn man weit ab den Küsten segelt. Nachts nieselt es leicht, aber es ist immer noch so warm dass wir selbst in der Nacht in kurzen Hosen und T-shirt Wache gehen können. Ohne Wolken und wenn der Mond noch nicht aufgegangen ist, haben wir Zeit den unglaublichen Sternenhimmel zu betrachten. Direkt über dem Horizont ist es zu dunstig, aber über uns erstreckt sich die Milchstraße deutlich als heller Streifen über das Firmament und tausend leuchtende Sterne….

Vor Trinidad umfahren wir ein großes Gebiet mit vielen Ölbohrplattformen. Manche sind recht nah, doch sie sind groß und nicht zu übersehen und in der Nacht sehr hell beleuchtet. Wir segeln an der Ostküste Trinidads entlang – mehr schlecht als recht, die Segel stehen gerade noch so und flappen bei jeder größeren Welle enervierend. Dennoch machen wir noch über zwei Knoten Fahrt. Das ändert sich am frühen Vormittag an der nördlichen Inselseite. Hatten wir bis dahin über einen Knoten Strom der uns schob, sind wir nun vielleicht zu nah unter der Küste (aber immer noch 4 Meilen entfernt) oder die Tide ist stärker als der Guyanastrom. Jedenfalls setzt nun der Strom mit ein bis zwei Knoten gegen uns und der Wind ist komplett eingeschlafen. Da wir innerhalb der Bürozeiten in Chaguaramas ankommen wollen um keine „Overtime“ Gebühr zahlen zu müssen starten wir den Motor. Vorbei an den schroffen, üppig grünen Bergen der Nordküste geht es durch einen kleinen Kanal zwischen der Nordwestspitze Trinidads und einer kleinen Nebeninsel. Wir sehen Pelikane im Formationsflug vorbei fliegen und bewundern die schroffen Klippen am Ufer. Die Bucht von Chaguaramas hat nicht ganz so viel Charme. Viele Werften sind hier angesiedelt – nicht nur für Sportboote auch für große Frachter, Fischer- und Arbeitsboote. Wir legen am Zollsteg an und stellen fest dass wir durch die eine Stunde Zeitverschiebung genau zur Mittagspause angekommen sind. So können wir im Cafe am Pontoon noch ein Sandwich essen, bevor es ans einklarieren geht.

Sonnenaufgang an der Nordküste Trinidads
Anfahrt an die Nordwestspitze
schroffe grüne Hügel

Was als erstes auffällt ist der krasse Akzent der Trinidadians. Wow. Ich dachte die Australier oder Neuseeländer sind manchmal schlecht zu verstehen, aber das hier ist wirklich nochmal eine andere Nummer. Oft muss ich nachfragen, wenn zu schnell und für mich zu undeutlich gesprochen wird. Aber alle sind sehr freundlich, auch bei der Immigration und dem Zoll, so dass wir uns knapp drei Stunden später in der Ankerbucht ein Boje raus suchen können und dann erst mal ganz gemütlich unseren Anleger trinken. Wir sind gut angekommen, morgen machen wir unser Dinghy parat und schauen uns erst mal genauer um….

Bami, Nasi und Co

Möchte man in Surinam essen gehen landet man fast unweigerlich bei asiatischem Essen. Beinahe überall bekommt man Bami (gebratene Nudeln), Nasi (gebratener Reis) und Sate (gegrillte Fleischspieße mit Erdnusssoße). Auch häufig gibt es Rotishops. Roti ist ein dünner Fladen, der mit Gemüsepürree oder Hühnchencurry gegessen wird. Für den kleinen Hunger zwischendurch essen wir gern belegte Brote mit Fisch , Fleisch oder Curry Ei

Bami Spezial
Kip Sate
Saoto Soup

Affencreek

Jetzt sind wir ja schon ein paar Wochen hier vor Anker – höchste Zeit einen Abstecher in einen kleinen Creek (Bach) ca. 3 Meilen flußaufwärts zu unternehmen. Wir starten morgens mit dem Dinghy bei Flut – das ist hier auflaufendes Wasser. Eine gute halbe Stunde fahren wir am Ostufer entlang, die Strömung schiebt gut mit. Vorbei an einer großen Plantage mit Anlegestelle des Wassertaxis, ein paar vereinzelten Häusern entlang des Ufers und einer schier undurchdringlichen grünen Wand. Die Einfahrt in den Creek ist gut zu erkennen und die Strömung schiebt uns langsam hinein in den schmalen Flußlauf. Anfangs ist das Ufer noch mit niedrigem (aber sehr stachligen) Buschwerk gesäumt. Dahinter wachsen Palmen , dichtes Buschwerk und riesenhafte Bäume. In den niedrigen Büschen sind viele Nester von Tyrannen und in den Bäumen dahinter sind auch schon die ersten Affen zu sehen. Kapuzineraffen wie es scheint.

Tyrann bei der Einfahrt in den Creek
Kapuzineräffchen
Tyrannennest

Nach etwa einem Kilometer – vielleicht auch etwas mehr, zweigt ein kleiner Kanal ab und der Creek selbst ist wie verwandelt. Das Blätterdach der Urwaldbäume reicht nun bis ans Wasser, vereinzelt wachsen ein paar Mangroven, der Wald ist nun ganz dicht bis ans Ufer gewachsen. Wieder hören und sehen wir Affen, auch hier sind viele Vögel, immer wieder schwirrt ein Schmetterling um uns herum und über allem das unaufhörliche, leise Summen unzähliger Insekten. Nach einer Stunde im Creek drehen wir um und lassen uns mit der kippenden Strömung wieder langsam zum Hauptfluß treiben – unterstützen leicht mit dem Dinghymotor um nicht in den dornigen Büschen hängen zu bleiben. Nochmal sehen wir Affenhorden, meist nur kurz auf ihrem Weg durch die Bäume, aber es ist toll zu beobachten wie sie von einem Ast zum anderen hüpfen, mit einer Leichtigkeit die unfassbar ist.

Äffchen bei der Arbeit
Im Creek

Auf unserem Rückweg halten wir noch kurz an der Plantage. Aber nun ist es schon zu heiß um die Gegend auszukundschaften. Wir kaufen eine kühle Cola im kleinen, sehr einfachen Laden und fahren wieder zurück zu Piccolina. Ein toller Ausflug.

Haus am Riverufer
Anlegestelle für Wassertaxis
kleine Echse

Surinam: von Paramaribo bis Regenwald

Surinam besteht zu sehr großen Teilen aus Regenwald. Das Straßennetz ist übersichtlich, um in den Süden des Landes zu gelangen muss entweder in den Flieger oder ins Boot umgestiegen werden. Soweit wollen wir nicht, aber wir nutzen die Möglichkeit zusammen mit Andrea und Ingo mit einem 4×4 einen nah gelegenen Nationalpark – Brownsberg – zu besuchen. Die 80 km Teerstraße nach Brownsweg – das Dorf am Rande des Parks – ist gutem Zustand. Die Strecke führt vorbei an einfachen Dörfern, halb versteckt im Busch. In Brownsweg zweigt eine Piste ab. Durch dichten Wald bringt uns der Weg auf ein Plateau in 500m Höhe. Die Piste ist grob, aber der 4×4 krabbelt ganz gut über die steingespickten Passagen und durch die Wasserlöcher. Kurz vor dem Camp dann der Schreck: plötzlich leuchtet das Reservelicht vom Tank, der doch kurz vorher noch fast halb voll war!! Gleich den Motor aus, Tür auf – es riecht nach Benzin! So ein Mist. Doch der Übeltäter ist schnell gefunden. Ein Benzinschlauch tropft, da er direkt am eingesteckten Metallrohr verschlissen ist. Nun ist guter Rat teuer. Nach kurzem Nachdenken kommt Andrea die rettende Idee und sie „opfert“ ein Stück ihres Trinkschlauchs der genau passt. Einzige Frage: ist er benzinfest? Jedenfalls bringt er uns bis ins einen Kilometer entfernte Camp – und später stellt sich heraus, dass er so stabil ist, dass wir ihn nicht ersetzen müssen bis wir wieder zurück in Domburg sind.

Auf der Suche nach dem Benzinleck

Das Camp auf dem Plateau ist einfach, aber sehr schön. Vor allem die Aussicht auf den Stausee – den Brokopondo Lake – hat es uns allen angetan. Es gibt ein einfaches, aber gutes Restaurant und einige Hütten die man mieten kann. Wir haben unsere Hängematten mitgebracht, die wir in der dafür vorgesehenen Unterkunft aufhängen.

Schlafen wie im Freien
Schlafen wie im Freien
coole Blüten versteckt im Baum
und verstreut auf dem Boden
Abmarsch vom Plateau

Im Park gibt es verschiedene Wanderwege. Eine beliebte Tour führt zu zwei Wasserfällen. Die Wanderung ist schön, führt durch dichten Regenwald mit riesigen Bäumen, die mit Philodendron, Bromelien oder anderen Epiphyten bewachsen sind. Luftwurzeln bilden chaotische Muster, manchmal erblickt man eine Helikonienblüte im Dickicht. Die Wasserfälle sind ein wenig enttäuschend, was wahrscheinlich auch an der Tatsache liegt, dass momentan Trockenzeit herrscht. Hier ist definitiv der Weg das Ziel…

Leider bekommen wir von der Tierwelt auch nicht viel zu sehen. Ein paar Schmetterlinge – wobei ein ausgesprochen schönes, blau schillerndes Exemplar mehrfach unseren Weg kreuzt – viele Echsen rascheln im trockenen Laub, ein Affe hangelt sich weit über uns durch die Baumkronen. Im Camp tummeln sich ein paar kleine Frösche – einer versteckt sich gar in der Toilettenspülung und landet dann prompt in der Schüssel, ab und zu läßt sich ein Kolibri blicken. Dafür hören wir nachts die Brüllaffen so nah, dass man meinen könnte sie statten uns gleich einen Besuch in unserer Hütte ab. Die Nacht ist überraschend kühl. Das erste Mal seit Monaten, dass ich mit kalten Füßen in meinem Seidenkokon liege.

Am nächsten Tag wird noch einmal eine kleine Tour durch den Regenwald gemacht. Ich muß leider in Flipflops mitlaufen, da sich einer meiner Wanderschuhe am Vortag plötzlich augelöst hat. Kaum getragen ging auf einmal die Sohle ab. Sehr ärgerlich!

Zurück am Boot

Hier in Domburg, dem Dorf bei der Marina, gibt es nicht viele Möglichkeiten einzukaufen, nur zwei drei Chinesen sind zu Fuß erreichen. Das reicht um den täglichen Bedarf zu decken. Möchte man was spezielles muss man nach Paramaribo gehen. Dies sind zwar nur gut 20 Kilometer, da die Straßen so schlecht sind dauert es aber fast eine Stunde mit dem Auto. Paramaribo ist die Hauptstadt des Landes und auch Weltkulturerbe. Das Stadtbild besteht aus vielen Holzhäusern in niederländischem Kolonialstil, manche schon ziemlich verfallen, andere schmuck renoviert. Am Fluß steht das älteste Fort von Surinam. Es kann besichtigt werden und im Museum erfährt man viel über die Geschichte des Landes – leider nur auf holländisch.

Wir laufen gern kreuz und quer durch die Straßen, vorbei an Schmuckgeschäfte, Chinaläden und Rotishops (das Essen ist ein extra Blogbeitrag wert). Der Markt ist auch immer einen Besuch wert. Allerlei Früchte ,Gemüse , Fisch und Fleisch wird verkauft – von Orangen über Auberginen, Melonen, Ingwer bis zu Paranüssen. Mmmhhhh….

Schön renovierte Holzhäuser
Im Fort Zeelandia
Blick über den Surinam River

Wer dem Trubel in Paramaribo entgehen will, kann einen Ausflug nach Nieuw Amsterdamm machen. Direckt am Abzweig des Comwijne River gelegen wurde dort nochmals ein Fort gebaut um die damaligen Plantagen vor Piratenangriffen zu schützen. Auch hier ist ein nettes Museum dabei, das viel über die Kultur der einzelnen Bevölkerungsgruppen erzählt. Um 1850 kamen zuerst Chinesen ins Land, gefolgt von Javanesen, Hindustani und afrikanischen Sklaven. Heute besteht die Bevölkerung aus einer bunten Mischung von Haufarben, Religionen und Muttersprachen. In der Schule wird in holländisch unterrichtet, auf der Straße hört man aber auch viele ander Sprachen. Dennoch ist das niederländisch eine gemeinsamer Nenner, den auch der Chinese ums Eck spricht – insofern es kein neu Eingewanderter ist.

Am Fort Nieuw Amsterdam
Tolle Bäume überall
Hindutempel in Paramaribo
Synagoge und Mosche als direkte Nachbarn